Mitgliederzeitschrift Rheinschiene
des VCD Köln und Umgebung

Ausgabe Dezember 2005

Autofreie Siedlung- Stand der Dinge

Der Stadtentwicklungsausschuss hat im Juni einen Stellplatzschlüssel für die Siedlung in Nippes in Höhe von max. 0,2 St. pro Wohneinheit beschlossen, andere Vorzüge der Autofreiheit der Siedlung wurden nicht festgelegt, ebenso wenig hat sich die Stadt hinsichtlich der Unterstützung dieses Zieles gebunden (Fördergelder, Bewohnerparken der Nachbarschaft, Fußgängerzone o.ä.).
Im Zuge der politischen Verabschiedung des Stellplatzschlüssels für die Siedlung hat der Vorstand in Person von Jörg Lieber und Luise Bruns Gespräche mit dem Investor, Kontrola, unter Hinzuziehung einer unabhängigen Gesprächsleitung geführt.
Unsere Motivation dafür war: Wir wollten einen Stellplatzschlüssel von max. 0,1 Stp. pro Wohneinheit für private Fahrzeuge, die angestrebten Qualitäten der Siedlung und eine gemeinsame autofreie Vermarktung erreichen.

Inzwischen haben sowohl die Baugemeinschaftsgruppe als auch die Genossenschaftsgruppe, die sich innerhalb des Arbeitskreises gegründet hatten, aus verschiedenen Gründen Abstand von dem Projekt auf dem EAW Nippes genommen.
Wir als Arbeitskreis sehen unsere Aufgabe, ein Autofrei-Projekt in Köln politisch durch zu setzen, als erledigt an. Leider ist kein Modellprojekt dabei heraus gekommen, sondern ein Investorenmodell einer „autofreien“ Siedlung mit Parken am Rande.

Wir schlagen die Errichtung eines Siedlungsrats als BewohnerInnenvertretung der Stellwerk60-Siedlung vor. Die anstehenden Fragen sind effektiver von den Menschen vor Ort einzufordern. Der Arbeitskreis könnte die Aufgabe übernehmen, die Gründung eines Siedlungsrats zu unterstützen. Als möglichen Gestaltungsspielraum für BewohnerInnen bieten sich zum Beispiel an:
- Einflussnahme bei der Freiraumplanung und beim Mobilitätskonzept
- Einfordern eines Versammlungsraums für unterschiedliche soziale Aktivitäten

Der Arbeitskreis nimmt noch an Jour-fixe-Gesprächen zwischen der Stadtverwaltung und der Kontrola teil. Unser Ziel dabei ist es, an entsprechende Informationen zur Umsetzung des Projektes zu gelangen und die Verantwortlichkeit der Stadt hinsichtlich der Qualitäten der Siedlung zu befördern.
Wir wollen die Kontrola von dem Sinn der Einrichtung eines Siedlungsrates vor Einzug der BewohnerInnen überzeugen, damit ein Termin mit den entsprechenden Infos veranstaltet werden kann.
Vermutlich wird der ASK seine Tätigkeiten in der jetzigen Form nach dem Ende der Amtszeit des jetzigen Vorstands einstellen bzw. ruhen lassen. Es gibt zur Zeit keine Perspektive auf eine Planung eines autofreien Modellprojektes an einem anderen Standort in Köln.
Jörg Lieber

Kommentar:
Es ist schade, dass der Arbeitskreis Autofreie Siedlung sich jetzt zurückzieht.
Aber auch verständlich.
Wer über zehn Jahre für ein Modellprojekt gekämpft hat, hat Anerkennung verdient.
Ich finde die Siedlung, die jetzt gebaut wird immer noch ein gutes Ergebnis.
Die Straßen dort werden abgesperrt, das Fahrverbot für Autos ist auch notariell festgeschrieben. Und wenn ein gewisser Prozentsatz der Bewohner ein Auto am Rande auf einer Fläche abstellt, stört mich das nicht sehr.
Es zählt die Lebensqualität: Kinder könne wie in lange vergangener Zeit auf der Straße spielen, bei schönem Wetter kann man sich einfach einen Stuhl nehmen und sich vor das Haus setzen. Die Straße wird wieder zum Lebensraum für die Menschen.
Dies ist auch der Grund, warum zwei VCD-Vorstandsmitglieder dort hin ziehen werden.
Der erste Spatenstich soll übrigens noch im November stattgefunden haben.
Die ersten Gebäude sind im Dezember 2006 fertig, Eigentumswohnungen und Reihenhäuschen. Weitere Bauabschnitte, auch mit Mietwohnungen und Sozialwohnungen sollen folgen.
Kay Queetz

www.autofreie-siedlung-koeln.de www.stellwerk60.de
www.vcd-koeln.de

 

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