Die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks in Nippes
haben begonnen.
Von Steffi Machnik
Die Bagger sind angerollt in Kölns erster, weitestgehend autofreier
Siedlung. "Trotz Gegenwindes, den wir gespürt haben, beginnt endlich der
Bau", sagte gestern Markus Schwerdtner, Geschäftsführer des
Projektentwicklers Kontrola, während einer Pressekonferenz auf dem Gelände
des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks in Nippes. Bis 2009 sollen dort
auf 42.000 Quadratmetern insgesamt 400 Wohneinheiten entstehen- frei
finanzierte und öffentlich geförderte Mietwohnungen, Einfamilienhäuser und
Eigentumswohnungen. In den nächsten neun Monaten wird der erste Bauabschnitt
mit 100 Wohneinheiten errichtet- unter anderem 30 Einfamilienhäuser, sechs
Solarpassivhäuser sowie Miet- und Eigentumswohnungen. Das Siedlungsgelände
wird vom Autoverkehr freigehalten, nur am Rand der Wohnbebauung wird eine
Parkpalette mit 120 Stellplätzen gebaut. Das ist die Umsetzung der Vorgabe
des Stadtentwicklungsausschusses vom Sommer diesen Jahres. Der hatte
entschieden, dass 80 Prozent der Haushalte auf ein eigenes Auto verzichten
müssen. dafür ist geplant, am nördlichen Rand des Grundstücks eine
Carsharing- Station einzurichten, die die Bewohner zu Sonderkonditionen
nutzen können.
Der "Arbeitskreis Autofreie Siedlung Köln" (ASK), der sich elf Jahre für
eine komplett autofreie Siedlung in Köln eingesetzt hatte, wird das
Bauvorhaben in den nächsten Jahren weiter begleiten und eigene Ideen
einbringen. Der ASK hatte noch im Frühjahr die langjährige Zusammenarbeit
mit der Kontrola aufgekündigt, weil der Verein sein ursprüngliches Konzept
nicht mehr durchsetzen konnte.