Protokoll der Jahreshauptversammlung 2007
des Arbeitskreises Autofreie Siedlung Köln e.V. am 24.08.2007
Top 1: Begrüßung und Wahl des Versammlungsleiters/ -leiterin
Die Sprecherin des Vereins, Luise Bruns, eröffnet die Versammlung. Sie stellt fest, dass rechtzeitig zur Versammlung eingeladen wurde und die Versammlung beschlussfähig ist. Angela Schneider-Sedlaczek wird zur Versammlungsleiterin gewählt. Michael Boll wird zum Protokollführer gewählt.
Die Tagesordnung bleibt wie in der Einladung aufgeführt bestehen. Es gibt keine Ergänzungen oder Änderungen.
Top 2: Tätigkeitsbericht des Vorstandes
Ein Bericht über die verschiedenen Tätigkeiten des Vorstandes im abgelaufenen Vereinsjahr liegt in schriftlicher Form vor und wird mit diesem Protokoll an die Mitglieder versendet.
Zusammenfassend sind folgende Punkte zu nennen:
1. Am 09.09.2006 fand eine Besichtigung des Geländes, unter Führung von Herrn Schwerdtner, statt. Es gab aktuelle Informationen.
2. Das traditionelle Gansessen fand im ergangenen Jahr wie gewohnt statt.
3. Es gab im vergangenen Vereinsjahr über die inhaltliche Arbeit hinaus keine weiteren Aktivitäten, weshalb unter TOP 5 die Auflösung des Vereins zur Diskussion steht.
4. Es gab mehrere Veröffentlichungen über das Projekt Stellwerk 60 und ‚Kölns erste autofreie Siedlung’ wurde von der Konrad Adenauer Stiftung sowie von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, eine Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft als ausgewählter Ort der Ideen ausgezeichnet. Die Teilnehmer der Versammlung wurden aufgerufen, Leserbriefe an die Zeitungen zu schicken. Darin soll auf die Grundlagen des Erfolges der autofreien Siedlung hingewiesen werden, die in der jahrelangen Arbeit des ASK liegen.
Top 3: Kassenbericht / Bericht der Kassenprüfer
Dirk Peuschel gibt einen Überblick über die Finanzsituation des Vereins. Die Ausgaben des Vereins waren im Jahr 2006 wesentlich höher als seine Einnahmen. Dies liegt besonders an folgenden Punkten:
1. Es gab praktisch keine Einnahmen. Der Mitgliederbeitrag wurde für das vergangene Jahr nicht eingezogen.
2. Es gab noch Rechnungen für Aufwandsentschädigungen aus dem Jahr 2005.
3. Die Ausgaben für Büro und Verwaltung sind unverändert vorhanden.
Der detaillierte Kassenbericht liegt in schriftlicher Form aus.
Die Kassenprüfer Hermann Huber und Ralph Herbertz haben alle Kassen- und Kontounterlagen geprüft und für übersichtlich und einwandfrei befunden. Der Bericht der Kassenprüfer wird vorgelesen und es wird vorgeschlagen, den Kassierer zu entlasten.
Top 4: Entlastung des Vorstandes
Der alte Vorstand wird mit
Ja-Stimmen: 7
Nein-Stimmen: -
Enthaltungen: 3
entlastet.
Top 5: Auflösung des Vereins
Als erstes gibt Hans-Georg Kleinmann einen Überblick über die Aktivitäten des Nachbarschaftsvereins.
· Der Nachbarschaftsverein hat 50 Mitglieder.
· Die Siedlung umfasst ungefähr 150 Haushalte und die Fertigstellung weiterer Wohneinheiten geht weiter. Das Parkhaus ist noch nicht fertig gestellt und zurzeit werden ca. 35 bis 40 Stellplätze genutzt. Der vorgegebene Stellplatzschlüssel von 0,2 wird eingehalten und einige Stellplatzerwerber wollen ihre Stellplätze wieder zurückgeben. Die Stellplätze dürfen nur an Bewohner der Siedlung vergeben werden.
· Unter den Bewohnern gibt es vielleicht 5 bis 10 ‚schwarze Schafe’, die ihr Auto in der Nachbarschaft parken.
· Die Infrastruktur der Siedlung ist gut. Autos können nur schwer in der Siedlung fahren oder parken (kein Begegnungsverkehr möglich). Die Hof- und Platzstruktur bietet eine gute Qualität im täglichen Leben. Die privaten Grundstücke sind klein, zugunsten größerer öffentlicher Gemeinschaftsplätze.
· Die Fahrradinfrastruktur ist sehr gut. Es gibt für jedes Einfamilienhaus drei Fahrradnadeln und jedes Mehrfamilienhaus besitzt einen Fahrradkeller, der über eine Rampe erreichbar ist.
· Es gibt ein gutes Mietwagen Angebot von Cambio am Alten Worringer Bahnhof. Die Station läuft mit 5 Fahrzeugen sehr gut. Im Zuge der weiteren Bebauung wird die Station um weitere Fahrzeuge erweitert werden.
· Der Sicherheitsdienst der Baustelle übernimmt auch die Organisation der Mobilitätszentrale. Es stehen Handkarren und demnächst auch Fahrradanhänger zur Verfügung. Einmal in der Woche gibt es einen Getränkeservice, der zukünftig eventuell noch erweitert werden soll.
· Die Architektur der Häuser ist bescheiden. Teilweise sind sie zu eng und dafür zu tief. Ein Preis von 2.000,- bis 2.100,- EUR pro m2 gibt einen mittleren Preis für die Lage wieder.
· Am Anfang des Projektes konnte die Nachfrage nach kleineren Wohnungen nicht gedeckt werden, was durch eine Umstellung der Planung später ausgeglichen wurde. Der Wohnblock an der Diagonalen wurde an die GAG verkauft. Es handelt sich um einen Block mit 4 Geschossen und einem Staffelgeschoss. Hier wird es vielleicht 1 bis 2 Läden geben. Im Erdgeschoss soll es eventuell 12 bis 13 Seniorenwohnungen mit Pflegemöglichkeiten geben. In den darüber liegenden Geschossen sollen weitere 50 Wohneinheiten entstehen.
· Die Realisierung von Gemeinschaftsräumen und der Mobilitätszentrale erweist sich als schwierig mit der Kontrola zusammen.
· Bei der Preisverleihung durch die Konrad Adenauer Stiftung wurde der ASK positiv erwähnt.
· Problematisch erweist sich zurzeit das Nahwärmesystem der GEW, da es keine größeren Innovationen bietet und die Bewohner beim Bezug ihrer Energieversorgung auf 20 Jahre festgelegt sind.
· Die Kontrola wird die geplanten Wohneinheiten wohl bis Ende des Jahres 2009 verkauft bekommen, der Absatz ist aber eher schleppend. Der Immobilienmarkt in Köln ist zurzeit allgemein schwierig.
Die nachfolgende eingehende Diskussion brachte folgende Punkte:
· Der Verein hat aktuell 59 Mitglieder und die Auflösung bedeutet einen Schlussstrich. Jedes Mitglied des Vereins hat das Protokoll der letzten Hauptversammlung erhalten, aber es gab KEINE besonderen Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit. Somit gab es auch keine Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit. Die Siedlung ist das Projekt des Investors und nicht mehr das Projekt des Vereins. Die Perspektive in einer autofreien Siedlung zu wohnen gibt es für die Mitglieder bei diesem Projekt nicht mehr. Für eine erfolgreiche Vereinsarbeit sind aber Mitglieder mit Eigeninteresse gefragt!
Am Schluss werden die Erfolge der Siedlung beim Investor verbucht und nicht beim ASK. Die Unterstützung des Vereins durch die Stadt hätte besser sein können.
Der Nachbarschaftsverein vertritt jetzt die Bewohner der Siedlung.
· Der Verein besitzt jetzt von 1994 bis 2007 eine langjährige Tradition. Diese Tradition, das Know-how der Mitglieder und die gemachten Erfahrungen der Siedlung in Nippes sollten für eine Fortführung des Vereins genutzt werden. Die aktuelle rot-grüne Zusammenarbeit im Stadtentwicklungsausschuss könnte für neue Impulse genutzt werden. Bei der aktuellen Klimadebatte müssten autofreie Siedlungen in Zukunft noch mehr im Trend liegen. Der Erfolg des Vereins mit der ‚autofreien Siedlung’ in Nippes sollte die Grundlage für ein neues Projekt sein. Auch kleinere Projekte sind dabei denkbar!!
Abschließend wird über die Auflösung des Vereins abgestimmt:
Soll der Verein aufgelöst werden?
Ja-Stimmen: keine
Nein-Stimmen: 7
Enthaltungen: 2
Im Januar soll die nächste Mitgliederversammlung stattfinden. Die Zeit soll genutzt werden, um über ein neues Projekt nachzudenken. Standorte könnte das Clouth-Gelände, das alte KHD-Gelände in Mülheim oder das Gelände des alten Kinderkrankenhauses in Bickendorf sein. Wichtig ist die Gewinnung von motiviertem Nachwuchs, um ein neues Projekt durchzuführen.
Bei 10 Anwesenden wurde für die Fortführung des Vereins folgender Vorstand gewählt:
Luise Bruns, Sprecherin 8 ja Stimmen, 2 Enthaltungen
Hans-Georg Kleinmann, Sprecher 8 ja Stimmen, 2 Enthaltungen
Hedwig Lepique, Kassiererin 7 ja Stimmen, 3 Enthaltungen
Michael Boll, Schriftführer 8 ja Stimmen, 2 Enthaltungen
Christoph Reisig wird zum Kassenprüfer und Angela Schneider-Sedlaczek zur Kassenprüferin mit jeweils 6 Ja-Stimmen und 4 Enthaltungen gewählt.
Top 6: Verwendung des restlichen Vereinsvermögens und des Vereinsarchiv
Das Bürgerzentrum Alte Feuerwache hat den Mietvertrag für das Büro zum 01.11.2007 gekündigt. Der aktuelle Mietanteil des ASK beträgt zurzeit 53,- EUR im Monat, inklusive Nebenkosten. Mit einem neuen Mietvertrag könnte dieser Anteil auf 130,- EUR pro Monat steigen.
Da sich der Verein nicht aufgelöst hat, erhält der Vorstand folgende Aufgaben:
· Es sind Gespräche mit dem VCD zu führen, um das Büro möglichst kostengünstig bis Ende Januar nutzen zu können.
· Der Mitgliederbeitrag für 2007 ist einzuziehen, um neue Aktivitäten, das Büro und die Verwaltung weiter zu finanzieren.
Sollte eine weitere Nutzung des Büros nicht möglich sein, soll das Büro zum 30.09. bzw. 31.10.2007 aufgelöst werden. Das Vereinsarchiv soll dann eventuell zum Nachbarschaftsverein übergehen. Sollte das Büro aufgelöst werden, erhält der bisher einzige Interessent als erster Zugriff auf Büromöbel und die EDV.
Top 7: Verschiedenes
Es gibt keinen weiteren Diskussionspunkt und die Versammlung wird um 21.25 Uhr geschlossen.
Köln, den 11.09.2007
Michael Boll, Schriftführer
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Tätigkeitsbericht des Vorstandes des Arbeitskreises Autofreie Siedlung Köln e.V. für das Jahr 2006/2007
Auf der letztjährigen Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Autofreie Siedlung Köln e.V. ist der Beschluss gefasst worden, die Tätigkeit des Arbeitskreises auf die Begleitung des Bauprojektes Stellwerk 60 zu beschränken, falls sich nicht noch neue Interessenten finden sollten, die mit Engagement ein neues Standortprojekt initiieren wollen.
Anfang September lud der Arbeitskreis zu einer Begehung des Baugeländes mit Führung durch den Geschäftsführer der Kontrola GmbH ein. Diese Begehung und Besichtigung fand am 8.9.06 bei strahlendem Sonnenschein mit anschließendem Picknick im Nippeser Tälchen statt. Die Live-Version des Bauprojektes beeindruckte durch die Dichte der Bebauung und die Grundrisse der Wohnungen.
Im November fand das traditionelle Martinsgans-Essen im Weinhaus Vogel mit reger Beteiligung – und sogar neuen Gesichtern – statt.
Darüber hinaus ist das Büro stundenweise besetzt gewesen und der Vorstand hat Anfragen zu Interviews beantwortet bzw. weiter geleitet an die Mitglieder des neu gegründeten Siedlungsvereins Nachbarschaft 60, die aus ihrer unmittelbaren Wohnpraxis auf dem Gelände ab Dezember 2006 berichten konnten.
Interessierte für eine Neuauflage der Standortsuche nach der guten Vermarktung der autoreduzierten Siedlung in Nippes sind bisher nicht aufgetaucht.
Der Vorstand schlägt die Auflösung des Vereins vor, denn die Perspektive einer Aufrechterhaltung des Vereins nur als politischer Protest und in Hoffnung auf eine Neuauflage der Standortsuche ist nicht Vereinszweck.
Köln, 22.08.07 Bruns, Lieber, Boll, Peuschel